Aidstag

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KÄM - Kreis Katholischer Ärzte München

AIDS - Welt-Aids-Tag

Willkommen auf der Homepage des KÄM - Kreis Katholischer Ärzte München

Liebe Arztkollegen, Patienten und Angehörige*,

auch und gerade als katholische Ärzte beschäftigen wir uns mit dem Thema AIDS und legen Gewicht auf das Wissen um die Lehre und Verlautbarungen der Katholischen Kirche:

 

                                                               ACHTUNG - NEU:                                                                 Seit 1.1.2010 heißt die KÄM-Ärztevereinigung “BKÄ - Bund Katholischer Ärzte”   (Deutschland).              Diese vorliegende Website wird schrittweise übertragen auf die neu gestaltete BKÄ-Website                         http://www.bkae.org .   Dort finden Sie künftig auch die aktuellen Termine + Informationen.

Nachfolgend die Übersetzung einer wichtigen Verlautbarung ins Deutsche:

     Verlautbarung des Päpstlichen Rates für die Krankenseelsorge zum

                                                       Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2006
 

“Der Päpstliche Rat für die Krankenseelsorge kümmert sich um die Sorge und das Interesse der Kirche an jenen, die an Krankheit leiden, ganz besonders jenen gegenüber, die sich wenig geschützt und gerade an diesem Tag verlassen fühlen, der weltweit der Sorge um die AIDS-Kranken gewidmet ist.

Wie üblich möchte er nahe bei ihnen sein, beten und alle einladen, nahe beim HERRN zu sein, von dem alle Gesundheit und das Leben kommen.

Es geht darum, diesen Kranken zu helfen, die in die schreckliche Seuche (Pandemie) verstrickt sind und auch all jenen, die sich wegen der Krankheit innerlich verletzt fühlen: die Waisen, die Witwen, die Großeltern, die auf die Hilfe der Enkel angewiesen sind und die wegen des Todes ihrer Eltern jetzt ohne Schutz sind usw.

Wir alle wissen, dass der wichtigste Faktor die Vorbeugung ist, um diese Krankheit zu besiegen.

An diesem Welttag, der den AIDS-Kranken gewidmet ist, müssen wir vor allem Wert legen auf die Vorbeugung (Prävention).

In der Vorbeugung nimmt die Erziehung einen wichtigen Platz ein. Diese Bildung darf nicht nur eine bloße Information über die Krankheit und über die Maßnahmen sein, sie zu verhindern, sondern sie muss etwas sein, was sich jeder zu Herzen nimmt und was einen Leuchtturm zum Leben entspricht.

Richtigerweise sollen wir eine geeignete Information erhalten, sollen sie uns zu eigen machen, sie aufnehmen, sie für die eigenen Bedürfnisse anwenden, um diese auszufüllen. In der Folge müssen wir neue Horizonte finden, um voranzuschreiten, indem wir mehr davon wissen und um schließlich zu einer Ausrottung der Krankheit zu gelangen.

Wir wissen genau, dass AIDS drei Verbreitungswege hat:

  • Das Blut, 
  • die Mutter-Kind-Übertragung und
  • den Geschlechtsverkehr.

1) Bei der Vorbeugung (Prävention) muss man folglich genau diese drei Kontaktmöglichkeiten betrachten und insbesondere auf den Blutkontakt achten. Bluttransfusionen retten viel Leben, können es aber auch verderben. Die Verantwortlichen der Blutbanken, die Verantwortlichen für Bluttransfusionen in den Kranken- häusern müssen alles Erdenkliche dafür tun, damit sich Patienten nicht anstecken: Statt sie Nutzen aus der Bluttransfusion ziehen zu lassen, kann man mit dieser tödlichen Krankheit deren Leben zerstören.

Insbesondere muss die Übertragung durch Nadelstiche verhindert werden. Hier sei an die Infektion durch die Verwendung von Spritzen beim Drogengebrauch erinnert, aber auch an das “Piercen” und Tätowieren. Obwohl man hier sich hier weit entfernt von der Krankheit wähnt, tragen auch diese Handlungen über infizierte Nadeln bedauerlicherweise zur Ausbreitung der Seuche bei.

Gott sei Dank ist die Wissenschaft heute sehr vorangeschritten, so dass es möglich ist, in vielen Fällen die Übertragung von AIDS über die mütterliche Nabelschnur auf die Neugeborenen zu blockieren.

Wir appellieren an die Verantwortlichen, sich in genügendem Maße dafür einzusetzen, damit die nötigen wirksamen Medikamente infizierten Müttern zur Verfügung stehen, um deren Kinder zu schützen.


Was die Sexualerziehung angeht, möchten wir vor allem bemerken, dass es sich nicht nur um eine rein biologische (geschlechtliche) Information handelt, sondern vielmehr um das Lehren der wahren Werte der Sexualität. Diese sind der privilegierte Ausdruck der Liebe Gottes, der zulässt, dass Mann und Frau das “Menschliche” in ihrem Zusammensein seien und somit das Bild Gottes in einer totalen, glänzenden und fruchtbaren Liebe wiedererschaffen.

Dieser Wert muss zu Beginn von der Familie eingeprägt sein. Und in Übereinstimmung mit den Eltern soll dieser Wert auch in der Schulzeit die erfahrene Bildung bereichern.

Auch in der kirchlichen Katechese soll man auf die grundlegenden Werte des Daseins bestehen, in dem man den Sinn für Sexualität in die gesamte evangelische Botschaft integriert.

Die Sexualität ist Quelle des Lebens. Jeder Gebrauch der Sexualität, der sich nicht dem Leben öffnet, sondern dem Tod, ist der augenscheinlichste Widerspruch zum eigentlichen Wesen der Sexualität.



2)     Nach der wichtigsten Phase der Prävention kommt die zweite Phase, in der wir die Heilung und den Beistand einsetzen.

Wir wissen nur zu gut, dass es bisher keine Heilung für diese Krankheit gibt. Jedoch die antiretroviralen Medikamente stärken zusammen mit einer speziellen Diät das Immunsystem, welches vom Virus zerstört ist, und ermöglichen eine beträchtliche Lebensverlängerung der Kranken.

Bei diesem Schritt der Krankenpastoral für die AIDS-Kranken ist der wichtigste Gesichtspunkt, ihnen bewusst zu machen, dass sie die Tatsache annehmen müssen, infiziert worden zu sein.

Vor  allem ist es wichtig, dass die “Aids-Tests”, die man machen lässt, vertrauenswürdig sind und zu keinen Fehlschlüssen führen, sowohl negativen wie positiven. Dann braucht man einen sehr tiefen Glauben, um den Sinn eines Lebens zu begreifen, das von AIDS geschlagen ist.  Von Seiten der Mitarbeiter im Gesundheitswesen wird höchste Diskretion und eine Feinfühligkeit verlangt, um den Kranken zu verstehen und ihn in einem ganz besonderen Leben zu begleiten, welches mit dem Licht des Glaubens wunderbar sein könnte.

3)   Die dritte Phase besteht aus dem Beistand der Kranken in der Endphase. An dieser Stelle des christlichen Glaubens muss sich der volle Sinn des Daseins erfüllen.

Nur über das Kreuz hat man die Freude der Auferstehung: Wenn sich diese Wahrheit ansammelt, wenn sich diese als lebendig erweist, wird sie zu einem hellen Leuchtturm, der auch den Kranken nicht mit Wohlsein, jedoch mit Freude erfüllt.

Er ist ein Zeuge des künftigen Lebens. Nach dem christlichen Glauben haben wir hier auf der Erde nur den Beginn des Lebens. Dieses dauert tatsächlich in ein neues Leben hinüber, welches nie enden wird. Es stimmt, dass das für denjenigen, der keinen christlichen Glauben hat, keinen Sinn ergibt. Aber ohne den Glauben hat auch das ganze Leben keinen endgültig selig machenden Sinn.

Die dritte Phase bedeutet für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die Familien und alle jene, die den Kranken beistehen, dass sie vor allem von Sanftheit, Liebe, Glaube und vor allem Hoffnung begleitet ist. Man braucht eine unerschütterliche Hoffnung, die die Tugend ist und sich in der Endphase des Daseins aufrecht erhält.
 

Die Botschaft des Päpstlichen Rates für die Krankenseelsorge kann keine neutrale Mitteilung sein. Sie ist eine christliche Botschaft, die sich an Christen wendet und auch an Nichtchristen guten Willens, die für ihre Existenz einen Sinn suchen, insbesondere wenn sie sich einem unvermeidlichen Dahinscheiden gegenüber finden.

Vatikanstadt, 1. Dezember 2006

+ Javier Kardinal Lozano Barragán, Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenseelsorge”

 

Übersetzung aus dem Italienischen und Lay-out-Gestaltung und textliche Hervorhebungen von Dr. Gero Winkelmann am 25-5-2007.

(NB: Dies ist keine kirchlich autorisierte Übersetzung!  Dr. Winkelmann hat von 1977 - 1984 in Italien Medizinstudiert.

Originaltexte in Italienisch, Englisch, Französisch (zum Weiterleiten an Kollegen in anderen Ländern).

Weitere empfehlenswerte Links zu diesem Thema:

Quelle:  www.healthpastoral.org The Pontifical Council for Health Pastoral Care, Via della Conciliazione, 3 - 00120 Vatican City, Tel. +39-(06)698.83138, +39(06)69884720, +39(06)698.84799 / Fax +39-(06)698.83139
opersanit@hlthwork.va

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gero Winkelmann, Leiter des KÄM

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