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KÄM - Kreis Katholischer Ärzte München
Prävention, Gesundheitsvorsorge
Willkommen auf der Homepage des KÄM - Kreis Katholischer Ärzte München
Liebe Arztkollegen, Patienten und Angehörige,
das Thema Prävention ist wichtig aus medizinischer Sicht und damit auch ein Thema für den katholischen Arzt und jeden Christen / Bürger:
ACHTUNG - NEU: Seit 1.1.2010 heißt die KÄM-Ärztevereinigung “BKÄ - Bund Katholischer Ärzte” (Deutschland). Diese vorliegende Website wird schrittweise übertragen auf die neu gestaltete BKÄ-Website http://www.bkae.org . Dort finden Sie künftig auch die aktuellen Termine + Informationen.
a) Die Mexikanische Schweinegrippe hat auch uns Europäer bedroht mehr
b) Im Jahr 2007 erreichte uns folgende interessante Anfrage aus Norddeutschland:
FRAGE: Ist man als Christ zur Gesundheitsvorsorge verpflichtet?
Sehr geehrte Damen und Herren, ich (*1939) habe eine leibliche Schwester (kath.) und einen Schwager (evang.), beide als Akademiker aktive Christen, Eltern von zwei Töchtern. Beide Eltern lehnen beide für sich - unverständlicherweise - die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen (im Alter) ab ....mit der seltsamen Begründung, die "Natur" werde schon alles richten; sie haben Zutrauen fast ausschließlich zur Homöopathie....
Frage an Sie(KÄM): Könnten Sie mir Literatur nennen oder zumailen, aus der hervorgeht, dass die Teilnahme an Präventionsmaßnahmen im Grunde auch ein Handeln aus christlicher Verantwortung ist, bzw. deren Ignoranz ein Stück Verantwortungslosigkeit gegenüber sich selbst und seinen Mitmenschen ?!?! Mit Dank vorab für Ihre Mühe ...
ANTWORTEN:
1. Kurz von Dr. Winkelmann: - Prävention ist wichtig, auch aus christlicher Sicht. - Den KÖRPER als "Tempel des Heiligen Geistes" sehen, ihn achten und pflegen - Nicht die Augen verschließen vor latenten, drohenden, manifesten Krankheitszeichen, - Angebote von Staat, Medizin und Geselleschaft zur Krankheitsfrüherkennung annehmen, - christliche Pflicht zur Gesundherhaltung - Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. (Durch Ablehnen durch Hilfe + Vorsorge; durch falsche Interpretation + Auslegung von Gottes Willen und Allmacht) - Bitte nicht verwechseln mit der Vorsicht bei der Pränataldiagnostik: - JA zur Diagnostik zwecks Erkennung von behandelbaren Erkrankungen des ungeborenen Kindes, - ein striktes NEIN zur Selektion und Abtreibung von möglicherweise behinderten Kindern!! - denken an Unfallverhütung (Sicherheitsgurt), Arbeitsschutz (Helm), Nichtraucherschutz, keine Pille & Co zur Empfängnisregelung (gesundheitliche Schäden);
- Zähneputzen gegen Karies (ohne Zähne keine richtige Ernährung später möglich)
- Schutzimpfungen vermeiden tödliche Krankheiten und Siechtum...
- Meiden von Zigarettenrauch, Alkoholkonsum, ungezügeltem Sexualverhalten, ...
- auch die geistige Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten (z.B. durch Bewegung)
Noch etwas:
- Nicht sündigen auf Gottes Barmherzgikeit,
- Gott hat uns Talente gegeben, die wir auch einsetzen müssen (Einsicht, Klugheit)
- Gott ist ein Freund des Lebens -
- durch selbst verschuldete Krankheit oder Tod steht man nicht mehr Gott als Werkzeug zur Verfügung.
- kranke oder tote Menschen stehen der Schöpfung und der menschlichen / christlichen Gesellschaft ebenso nicht mehr zur Verfügung, sie sind ein schmerzlicher Verlust.
- HOMÖOPATHIE kann vieles heilen, jedoch nicht vieles verhindern. Bitte diese anerkannte und segensreiche Heilweise nicht überfordern oder gar missbrauchen! Nicht spekulieren oder die Homöopathie als Ausrede gebrauchen. Das wäre unwissenschaftlich und würde die Homöopathie und ihre Anwender diskreditieren. (Siehe Hahnemann: “Mach’s nach, aber mach’s genau nach.”)
Hier einige Antworten anderer KÄM-Ärzte und Priester
1. Lieber Kollege Winkelmann,
Ihren Argumenten ist wenig hinzuzufügen. Es soll aber auch gesagt sein, daß eine übertriebene Sorge um die Gesundheit nicht angezeigt ist und die Vorsorgeuntersuchungen in nicht zu kurzen Abständen erfolgen sollen - besonders, wenn man keine Symptome hat.
Fälschlicherweise wird die Gesundheit von vielen Leuten als das höchste Gut angesehen, es ist aber nur das zweithöchste nach der Sorge um das Seelenheil... Die beste Prophylaxe gegen viele Krankheiten ist die Beherzigung der Gebote Gottes. Beste Grüße, Dr.R., Bludenz/Österreich
2. Wir sind in einem Körper geschaffen, um die uns von Gott zugedachte Aufgabe zu erfüllen und Ihm in diesem Körper hier auf Erden zu dienen.
Wäre der Körper unwichtig oder minderwertig hätte ER sich nicht herabgelassen auch in diesem Körper auf die Welt zu kommen. Deshalb sind wir aber auch verpflichtet sorgsam mit diesem Körper als einem Tempel des HL. Geistes umzugehen: Dazu gehört das Meiden von schädigenden Drogen oder Verhaltensweisen ebenso wie die Prävention. Wenn wir trotzdem krank werden ist es eben auch Sein Wille und führt uns weiter. Natürlich sollen wir auch nicht in Übervorsicht die Herausforderungen des Lebens meiden oder jeden Genuss. Das rechte Maß in allem bringt die Fülle des Lebens, vor allem wenn wir uns bewußt bleiben, daß alles Geschenk ist und alle unsere Vorsorge natürlich nur Stückwerk ist. gez. Dr. S., Holzkirchen/Oberbayern
3. Antwort von Pfarrer Hubert Ratzinger, Augsburg: Herzlichen Dank für Ihre Anfrage, Ihre Antwort finde ich sehr gut. Mit der gleichen Begründung könnten Schwester und Schwager von Hr. M. jede ärztliche Hilfe ablehnen und sich ihrem Schicksal hingeben.
Es ist immer eine Frage nach der Antwort des Menschen auf die Liebe Gottes zu uns. Wenn wir daran glauben, dass Gott zu uns ganz "Ja" sagt als Wesen innerhalb von Raum und Zeit, was für uns als Christen in der Menschwerdung Gottes zutiefst erfahrbar wurde, so bekommt das Leben auf Erden eine neue Dimension.
Wir haben dann eine tiefe Verantwortung gegenüber dem menschlichen Leben, dass es geschützt wird, somit auch gegenüber uns selbst. So wie wir durch Bewegung, gesunde Ernährung... präventiv handeln, und dabei ja auch moderne Erkenntnisse ausschöpfen, so gilt es auch im medizinischen Bereich für sich zu sorgen. wie können wir sonst guten Gewissens vor Gott treten? Viele Grüße und Gottes Segen aus Augsburg
Wissenschaftliche, medizinische Begründung FÜR Prävention:*
“Durch einen ganzheitlichen, medizinischen Ansatz
- Krankheiten vermeiden,
- Möglichst lange gesund bleiben
- ein langes Leben bei guter Gesundheit ermöglichen.
- frühzeitig das Entstehen alterstypischer Erkrankungen zu vermeiden / abzuschwächen.
Akuter Präventionsbedarf besteht wegen des Anstiegs der ‘Wohlstandskrankenheiten ‘ (Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall etc.), der Stoffwechselkrankheiten, Krebs, Infektionskrankeheiten.
Durch einen gesunden Lebensstil Organschäden vermeiden.
Check-ups in der ärztlichen Praxis und regelmäßig durchgeführte weiterführende Diagnostik breiter Bevöllkerungsschichten sind ein absolutes Muss.
Die Grundlage, fit zu bleiben ...., basiert primär auf einer gesunden Ernährung (mediterran).
Körperliche Aktivität steigert die Lebensqualität und hält uns länger gesund und leistungsfähig.
Nichts sollte uns davon abhalten, alles zu tun, was uns die Vorsorgemedizin, sprich Prävention, zu bieten hat.”
*Entnommen aus “Arzt & Prävention”, Nr. 1-2007, Prof. Dr. Curt Diehm
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Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gero Winkelmann, Leiter des KÄM
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IInstallation dieser Seite am 6-2-2007, Fest des Hl. Paul Miki + Gefährten, gw, last update am 27-3-2010
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